Tagesgeld: Was ist ein Tagesgeldkonto?
In der jüngsten Vergangenheit ist das Tagesgeld bei vielen Menschen das Gesprächsthema überhaupt, wenn es um die Finanzen geht. Das Tagesgeld ist deswegen so interessant, weil man hier für seine Einlagen doch recht ordentliche Zinsen kassieren kann und das Geld täglich zur Verfügung hat. Das Tagesgeldkonto wird auch Guthabenkonto genannt, weil es nicht überzogen werden kann. Man kann nur so viel abheben, wie sich Geld auf dem Konto befindet. So gesehen könnte man es als eine Mischung aus Sparbuch und Girokonto ansehen – allerdings doch mit dem einen oder anderen Unterschied.
Das Tagesgeld gibt es schon eine ganze Zeit lang, wurde aber erst Anfang des neuen Jahrtausends so richtig interessant. Der Grund war der Börsencrash vom Sommer 2000. Die Anleger hatten kein Vertrauen mehr in Aktien und wollten mehr Sicherheit. Da dies mit einem Sparbuch zwar gegeben war, doch dieses keine attraktiven Zinssätze mehr bot und auch Festgeld für viele nicht zur Disposition stand, weil hier das Geld auf längere Zeit fest angelegt wurde, hat man sich dem Tagesgeld zugewandt. Es wurde immer attraktiver und hat bis heute diesen Stellenwert auch nicht mehr verloren. Damals, im Jahr 2000, hat sich eine neue Bank gegründet, die First-e. Diese reine Internetbank bot als einziges Produkt das Tagesgeld an und stieg mit einem sehr hohen Zinssatz von 6 % ein. Für die Anleger war das natürlich fantastisch, nicht aber für First-e. Nur ein Jahr später wurde die Bank wieder geschlossen. Dennoch hat sich das Tagesgeld – wenn auch mit niedrigeren Zinsen, durchgesetzt.
Das Tagesgeldkonto kann jeder abschließen, der ein Girokonto hat. Das muss nicht bei der jeweiligen Bank sein. Der Grund, warum ein Girokonto da sein muss ist der, dass man Geld einzahlen und Geld abheben kann, nur mit einer Überweisung vom oder auf das Girokonto. Viele Banken bieten das Tagesgeld ausschließlich als Online-Konto an, vereinzelt stellen Geldinstitute dem Kunden auch eine Bankkarte zur Verfügung, mit dem er Geld am Automaten holen kann. Die meisten praktizieren das aber nicht. Sie wollen die Kosten für das Tagesgeldkonto so gering wie möglich halten. Dafür ist der Zinssatz auch entsprechend hoch.
Neben der täglichen Verfügbarkeit des Geldes ist eben dieser Zinssatz der zweite große Vorteil eines Tagesgeldkontos. Da das Sparbuch zinstechnisch nicht mehr ins Gewicht fällt, kann ein Tagesgeld mit Zinsen von durchschnittlich zwei bis drei Prozent aufwarten. Zwar gibt es mittlerweile Sparbücher, die ebenfalls wieder in diese Dimensionen vorrücken, doch hier muss das Geld mit einer 30-Tages-Frist gekündigt werden. Beim Tagesgeld kann man abheben und einzahlen, wann immer man möchte, ohne irgendwelche Fristen oder Betragshöhen zu beachten. Es gibt auch Tagesgeldkonten, die höher verzinst werden, dann ist damit allerdings ein weiteres Geschäft, beispielsweise der Abschluss eines Fonds verbunden.
Beim Tagesgeld kann man also selbst beliebig Geld einzahlen und abheben, man kann aber auch einen Dauerauftrag einrichten. Das heißt, dass man zu einem bestimmten Zeitpunkt regelmäßig eine gewisse Summe überweisen lässt. Und auch hier gilt: Man kann diesen Dauerauftrag jederzeit beenden, ohne Angabe von Gründen und ohne Beachten einer Kündigungsfrist. Das Tagesgeld ist somit sehr flexibel gestaltet und eine echte Alternative für alle die, die täglich über ihr Geld verfügen wollen.